Ex-Präsidenten-Berater Fauci lektorierte strategische Pandemie-Texte von Bill Gates

Multimilliardär Gates schickte Fauci Arbeitspapier und Manuskript seines Buches / Fauci: Virenforschung zu „Mensch-Tier-Schnittstelle“ wird mit Gain-of-Function-Forschung „verwechselt“ / US-Verteidigungsministerium weihte Gates-Stiftung in vier Militärprogramme zu „biologischen Bedrohungen“ ein

17. August 2026
Washington.
(multipolar)

Kürzlich veröffentlichte Unterlagen zeigen, dass der ehemalige US-Präsidenten-Berater Anthony Fauci strategische Texte von US-Milliardär Bill Gates zum Umgang mit Pandemien lektorierte. Im April 2020 schrieb Gates eine Mail an Fauci und hängte einen Text an, der zeige, wie er „über die diversen Aspekte der Covid-Pandemie“ denke. Er plane, das Dokument einem „Schlüsselpublikum“ in voller Länge zur Verfügung zu stellen, etwa der Weltgesundheitsorganisation und politischen Entscheidungsträgern. Die „breite Öffentlichkeit“ solle eine kürzere Version bekommen. Gates schrieb, Faucis Rückmeldung in den letzten Wochen sei „toll“ gewesen. Er möge ihm mitteilen, ob er „Änderungen“ oder „Ergänzungen“ für nötig halte. Im angehängten Dokument schrieb Gates, „Ziel“ sei es „die gesamte Weltbevölkerung zu impfen“.

Im Januar 2022 bat Gates Fauci, das Manuskript seines Buches „How to Prevent the Next Pandemic“ („Wie wir die nächste Pandemie verhindern“) durchzusehen, insbesondere mit Blick auf das neunte Kapitel. Es enthalte, so Gates „den Plan, den ich der Welt vorschlage“. Im Kapitel geht es auch um die Finanzierung eines solchen Plans zur „Pandemieverhinderung“. Fauci antwortete, er habe das Buch quergelesen und das neunte Kapitel mit Anmerkungen versehen. Er habe das Manuskript auch seinem „vertrauten Kollegen“ David Morens gegeben, der jedes Kapitel mit Kommentaren versehen und das Manuskript nach dem Lesen vernichtet habe. Mit Blick auf das neunte Kapitel sei Fauci sich mit seinem Berater einig: Das sei „sehr gut gemacht“, „leicht zu verstehen“, mit „klaren Botschaften für ein allgemeines Publikum“. Morens ist in den USA inzwischen angeklagt wegen Verschwörung und Vernichtung von Akten zum Corona-Ursprung.

In einem Kommentar kritisierte Fauci eine Formulierung als „unkritisch“. Denn „sogar jetzt, wo wir darum kämpfen, diese Pandemie zu beenden“, würden aufgrund von Haushaltsbeschränkungen Ressourcen für die Vorbereitung auf Pandemien („pandemic preparedness“) auf andere Programme umgelagert. Fauci drängte: „Du solltest sehr vor einer solchen Kurzsichtigkeit warnen!“ Im Unterabschnitt „Impfungen“ empfiehlt Gates Gensequenzierungen von Virusvarianten, damit Wissenschaftler vorhersehen könnten, wie Mutationen sich künftig entwickeln und Impfstoffhersteller sich entsprechend „vorbereiten“ könnten. Fauci merkte an, darüber hinaus müsse man weiterhin die Viren in der Tierpopulation untersuchen. „Die Leute verwechseln das mit Gain-of-Function Forschung“, schreibt Fauci. Weiter warnt er: Wenn die Untersuchung der „Mensch-Tier-Schnittstelle“ beschränkt würde, könnte das „unsere Fähigkeit, die Plastizität des Virus zu verstehen, behindern“.

Im Abschnitt zur Verbesserung der „Krankheitsüberwachung“ empfahl Fauci zu erwähnen, dass es im US-amerikanischen Gesundheitssystem Probleme mit der Einheitlichkeit („uniformity“) und Austauschbarkeit („interchangeability“) von Patientendaten gebe. Dieser Punkt sollte eine „hohe Priorität“ mit Blick auf Verbesserungen für die Zukunft haben, schrieb Fauci. Ansonsten sei Gates’ Vorhaben, die Zirkulation von Atemwegserregern flächendeckend und jederzeit zu überwachen, „sehr schwer“ umsetzbar.

Im Abschnitt zur „Stärkung der Gesundheitssysteme“, findet sich im lektorierten Manuskript ein ergänzter Textbaustein, bei dem nicht klar ist, von wem genau er stammt. Der Text empfiehlt dem Leser, sich bei „verlässlichen Quellen wie der WHO und nationalen Gesundheitsbehörden“ zu informieren. „Destruktive Fehlinformation und Desinformation, die häufig die sozialen Medien fluten“ sollen „vermieden“ werden.

In den veröffentlichten Unterlagen heißt es auch, die Forschungsbehörde des US-Verteidigungsministeriums DARPA habe die Gates-Stiftung vertraulich in vier Militärprogrammen zu „biologischen Bedrohungen“ eingeweiht. 2022 habe eine Besprechung in der DARPA Zentrale stattgefunden, bei dem ein Projekt der Gates-Stiftung besprochen worden sei, das auf Viren in Tieren zielte. Es habe Stichproben bei Fledermäusen in vier Ländern und eine übertragbare Impfung gegen das Lassa-Virus mit „interner Deaktivierungsfunktion“ („internal off switch“) umfasst. Die Impfung sollte potentiell in Sierra Leone, Guinea und anderen westafrikanischen Ländern Anwendung finden.

Gates’ Stiftung war von Anfang an stark in das Management der Corona-Krise involviert. Recherchen von „Politico“ und „Welt“ hatten bereits 2022 das einflussreiche Netzwerk der Stiftung offengelegt. Laut „Politico“ hatte das Netzwerk „einen beispiellosen Zugang zu den höchsten Regierungsebenen“, mindestens 8,3 Millionen Dollar seien für Lobbyarbeit bei Gesetzgebern und Beamten in den USA und Europa ausgegeben worden. Im März 2020 warb Gates in einem Gastbeitrag in der US-Zeitung „Washington Post“ für eine „vollständige“ Stilllegung der Gesellschaft. Er verwies dabei auf einen Vortrag von ihm aus dem Jahr 2015, in dem er Staats- und Regierungschefs bereits aufgefordert habe, „sich auf eine Pandemie so vorzubereiten, wie sie sich auf einen Krieg vorbereiten“.