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Empfehlungen von Januar 2026

Empfehlungen von Dezember 2025

12. Dezember 2025

Frankfurter Allgemeine (8.12.): Euroclear-Chefin: „Die Pläne zur Verwendung von russischem Vermögen sind eine Gefahr für die Finanzstabilität“ (Interview mit Valerie Urbain, Chefin des Wertpapierverwahrers Euroclear – Auszug: Frage: „Kann die EU über etwas verfügen, das ihr nicht gehört?“ – Urbain: „Das russische Zentralbankguthaben gehört – anders als die Guthaben, die bei privaten Banken lagern – dem russischen Staat. Es ist rechtlich geschützt, weil es dem Prinzip der Staatenimmunität im Völkerrecht unterliegt. Es ist juristisch möglich, dieses Geld zu immobilisieren. Aber alles, was darüber hinausgeht, stellt die Souveränität eines Landes und damit das Völkerrecht in Frage. Aus unserer Sicht lautet die kurze Antwort also: nein.“ (…) – Frage: „Auf den Bestand der Guthaben, die bei Euroclear lagern, kann die EU also nicht zugreifen?“ – Urbain: „So etwas wie freies Geld von Euroclear für die EU existiert nicht, nein. Es ist das Geld von Euroclear, und es hängt an den Rückerstattungsansprüchen der russischen Zentralbank. Wer glaubt, die EU könne es verwenden, hängt politischem Wunschdenken nach. (…) Russland würde einen Zugriff auf seine Guthaben niemals widerspruchslos hinnehmen. Ich befürchte russische Vergeltung. (…) Zunächst könnte Russland Euroclear verklagen – in Russland, aber auch in anderen Ländern oder vor einem internationalen Gericht. Dann könnten sie Guthaben beschlagnahmen, die wir dort immer noch für unsere Kunden halten. Das bedeutet übrigens, dass nicht nur Euroclear betroffen wäre, sondern auch andere Finanzhäuser aus Europa und anderswo.“

Empfehlungen von November 2025

Berliner Zeitung: Ukraine-Verhandlungen in Genf: „Die Europäer sind Zaungast und zahlen“ (Interview mit Erich Vad) ‒ Auszug: „[Vad:] Der amerikanische Plan ist im Vergleich zu den Initiativen, die es aus Brasilien, China, Südafrika, dem Vatikan und anderen Staaten gab, sehr viel konkreter. Ich finde es deswegen auch fehl am Platz, jetzt von der europäischen Seite nur zu kritisieren und hysterisch von Kapitulation zu reden, ohne endlich eigene konstruktive Vorschläge zu machen. Europa hatte fast dreieinhalb Jahre Zeit dazu, und gekommen ist nichts. (...) Natürlich profitieren die Amerikaner [vom Wiederaufbau der Ukraine] massiv. Das kann man kritisieren. Trump ist bekannt dafür, dass er nichts umsonst macht. (…) Die militärische Lage ist sehr kritisch für die Ukraine. Den Russen sind an mehreren Frontabschnitten Durchbrüche und Geländegewinne gelungen. Die für die Wintermonate wichtige Energieinfrastruktur der Ukraine ist durch die russischen Luftangriffe stark getroffen worden. (…) Der eindimensionale europäische Weg der Waffenlieferungen ohne einen einzigen Versuch des diplomatischen Interessenausgleichs ist vollkommen gescheitert. Deshalb sind die Europäer auch bei der Erarbeitung des Friedensplans und in den laufenden Verhandlungen mit Russland vollkommen außen vor. Am Ende bekommt Russland das, was es will ‒ und übrigens bereits so gut wie hat. Die USA wollen aus diesem Krieg in Europa raus und verdienen mit dem Plan sehr viel Geld mit Blick auf das Wiederaufbauprogramm und bilaterale Investitionsprojekte mit den Russen. Die Europäer zahlen und sind Zaungast.“

Club der klaren Worte: Die Fratzen der Gegenwart – Auszug: „Ich schreibe diese Zeilen knapp 24 Stunden nach jenem grotesken Schauspiel, das sich Jahr für Jahr in deutschen Vorgärten, Einkaufsstraßen und Wohnzimmern wiederholt – Halloween. Ein Fest, das mit jener beunruhigenden Selbstverständlichkeit in unser Land eingesickert ist. Was, frage ich, haben wir mit einem alten keltischen Brauch zu tun, der die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und der Toten verwischt? Der von irischen Auswanderern nach Amerika getragen und dort zu einer Marketingmaschine pervertiert wurde, bevor er – verpackt in Hollywood-Serien und Plastikgrusel aus Fernost – auf der Überholspur an unserem Erntedankfest vorbeiraste? (…) Übrig bleibt ein aggressiver Zirkus aus Blut, Kunstlatex und Überreiz. Der Tod wird zur Kulisse, das Gruseln zur Pose, und die Kinder – einst mit Laternen beim Sankt-Martins-Umzug unterwegs – schleppen heute Plastikkürbisse voller Zuckergift durch die Straßen. Die letzte Verbindung zu Sinn und Symbolik ist gekappt. Es ist, als habe die Gesellschaft beschlossen, das eigene kulturelle Gedächtnis auszulöschen – freiwillig, fröhlich und bunt illuminiert. Man empört sich lautstark über transatlantische Abhängigkeiten, über kulturelle Kolonialisierung, und doch schaukelt dieselbe Klientel ihre blutverschmierten Kinder im Lastenrad von Haustür zu Haustür. Wer über geistige Selbstbestimmung spricht, während er zugleich die Marketingzombies der amerikanischen Unterhaltungsindustrie füttert, der gleicht einem Diätberater im Schnellrestaurant.“

Empfehlungen von Oktober 2025

27. Oktober 2025

Berliner Zeitung: Erich Freisleben über Corona: „Ärzte dürfen keine Erfüllungsgehilfen des Staates sein“ (Interview mit dem Arzt Erich Freisleben) – Auszug: „Während der Pandemie hat das Paul-Ehrlich-Institut, das eigentlich die Aufgabe hat, die Sicherheit der Impfstoffe zu überwachen, in vielen Fällen lediglich auf die Informationen der Hersteller vertraut, ohne diese gründlich zu hinterfragen. (…) Solche Versäumnisse sind ein massives Problem, besonders weil die Öffentlichkeit darauf vertraut hat, dass diese Institutionen die Impfstoffe ordnungsgemäß prüfen. (…) Die ‚RKI-Files‘ und die E-Mails der ‚AG Impfpflicht‘ zeigen die problematischen Einflüsse von Politik und Wirtschaft auf die Wissenschaft. Eine ‚hoheitliche Verantwortung‘, die durch politisch-ökonomische Interessen Impfnebenwirkungen unsichtbar macht, stellt eine ernsthafte Gefahr dar. (…) Ärzte und Wissenschaftler können nicht ihre Verantwortung aufgeben und einfach den Anweisungen von oben folgen. (…) Wir müssen die Essenz der Impfnebenwirkungen verstehen als Folge des Einschleusens eines Kunstprodukts in das wertvollste evolutionäre Geschenk des Menschen, nämlich seiner Zellfunktion. Denn dadurch gerät die natürliche Abwehr in einen unaufhaltsamen Kampf gegen seine solchermaßen manipulierten Zellen. (…) Was wir während der Pandemie erlebt haben, war eine Art religiöse Verehrung bestimmter Wissenschaftspositionen. (…) Solche Medizinprodukte stellen Anforderungen an staatliche Kontrollsysteme, Ärzteverbände und Praktiker, welche diese nicht mehr verantwortungsvoll erfüllen können. Wie wenig die Pharmagiganten bereit sind, Selbstverantwortung zu übernehmen, beweisen die von ihnen ertrotzten umfangreichen Haftungsfreistellungen.“

Legal Tribune Online: Gerichte müssen prüfen, ob das Programm ausgewogen ist – Auszug: „Wenn der öffentlich-rechtliche Rundfunk kein ausreichend ausgewogenes und vielfältiges Programm bietet, kann der Rundfunkbeitrag verfassungswidrig sein. So urteilte das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) am Mittwoch (…). Es ist eine überraschende Entscheidung, denn bisher hatten sich die Verwaltungsgerichte aus der inhaltlichen Bewertung des Programms herausgehalten – und stattdessen auf Gremien wie die Rundfunkräte verwiesen, die den Rundfunk kontrollieren. Nun aber müssen die Verwaltungsgerichte überprüfen, ob es Anhaltspunkte dafür gibt, dass die öffentlich-rechtlichen Sender ihren Auftrag verfehlen und sich an das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) wenden, sollte das der Fall sein. (…) Der 6. Senat gab dem [Bayerische Verwaltungsgerichtshof] BayVGH noch ein paar Hinweise mit: Das BVerfG habe in seiner Entscheidung vom 18. Juli 2018 die sachliche Rechtfertigung nicht in Zweifel gezogen, habe also zum damaligen Zeitpunkt kein Problem in der Programmqualität gesehen. Es sei Aufgabe des BayVGH aufzuklären, ob sich daran etwas geändert habe. Dabei sei eine längere Zeitspanne von mindestens zwei Jahren und das Gesamtprogramm in den Blick zu nehmen. (…) Anhaltspunkte könnten sich insbesondere aus wissenschaftlichen Gutachten ergeben, so der Senat weiter. Die Beweisaufnahme kann also durchaus spannend werden. Es wird nicht ausreichen, dass einzelne Äußerungen angeprangert werden. Stattdessen müssen umfangreichere Studien und Gutachten zeigen, wie vielfältig der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist.“

ARD (2018): REPORT MAINZ fragt Dr. Klaus Hartmann – Auszug: „Der Mediziner war lange beim Paul-Ehrlich-Institut für Arzneimittelsicherheit zuständig und ist heute Impfgutachter. Er kritisiert das Meldesystem, mit dem die Bundesbehörde Verdachtsmeldungen von Impfnebenwirkungen erfasst. [Report Mainz:] Kann es sein, dass das Paul-Ehrlich-Institut gar nicht wirklich wissen will, ob die HPV-Impfung schwere Nebenwirkungen hat? [Hartmann:] Ja der Verdacht drängt sich immer wieder auf. (…) Nehmen Sie die Masernimpfung. (…) Seltene Nebenwirkungen treten auch da auf, aber da haben wir Nutzen-Risikoverhältnis, was unbestritten positiv ist. (…) Die HPV-Impfung fährt in diesem Fahrwasser mit, aber ist vom Nutzen-Risiko-Verhältnis völlig anders und soll jetzt im Prinzip (…) im Schutze der Masernimpfung, (…) mit vermarktet werden. Und ja, das ist kritisch zu sehen, weil da wirklich Leute Probleme bekommen und praktisch nichtsahnend mit was konfrontiert werden, was nicht erwiesenermaßen sicher ist.[Report Mainz:] Wie häufig werden zurzeit HPV-Nebenwirkungen von Gerichten als Impfschaden anerkannt? [Hartmann:] Anerkannt wird sehr, sehr, sehr wenig. Also fast nichts. Man beruft sich von Seiten der Gerichte dann letztendlich auf Institutionen wie Paul-Ehrlich-Institut, Robert-Koch-Institut, große epidemiologische Studien, die halt im Einzelfall nicht wirklich aussagekräftig sind. (…) [Die mutmaßlich Geschädigten bekommen] dann gesagt: Oh, das hat aber mit der Impfung nichts zu tun, ist Ihr Problem jetzt und lassen Sie uns bitte damit in Frieden. Das ist im Moment der Stand der Dinge, wo wir uns in Deutschland befinden.“

Jannis J. Grimm et al.: Hierarchies in death: coverage of Palestinian and Israeli victims in the context of October 7 and the war on Gaza (Hierarchien im Tod: Berichterstattung über palästinensische und israelische Opfer im Zusammenhang mit dem 7. Oktober und dem Krieg gegen Gaza) – Auszug (übersetzt): „Unsere Untersuchung der deutschen Berichterstattung liefert (…) einige besorgniserregende Ergebnisse: Israelische Leben werden in der Regel mit Würde und Empathie dargestellt, während palästinensische Todesfälle als unvermeidlich oder sogar als gerechtfertigt im Rahmen der nationalen Selbstverteidigung dargestellt werden. Palästinensische Leben werden weder anerkannt noch betrauert wie ihre israelischen Pendants. Letztere werden konsequent so dargestellt, dass sie bei den Lesern moralische Empörung hervorrufen, ihr Verlust wird als unverhältnismäßige Verletzung der Menschenwürde dargestellt. Ihr Leben wird mit dem der Leser verglichen: modern und liberal. Die Täter werden durchweg namentlich genannt und ihre Gewalt verurteilt. Im Gegensatz dazu werden palästinensische Todesfälle weitgehend als natürliche Folgen des Krieges dargestellt, die durch das Recht Israels auf Selbstverteidigung gerechtfertigt sind. Nicht nur, dass diejenigen, die die Tötungen begehen, selten zur Verantwortung gezogen werden, die Toten werden sogar für ihren eigenen Tod mitverantwortlich gemacht. Darüber hinaus wird die Realität dieser Todesfälle regelmäßig in Frage gestellt.“

Nachdenkseiten: Skandal in der BPK: Bundesregierung diffamiert deutschen Journalisten Hüseyin Doğru als „Desinformationsakteur“ – Auszug: „[Josef Hinterseher, Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte auf der Bundespressekonferenz:] ‚Sie bezeichnen den Betreffenden als Journalisten. Er wurde unter dem Sanktionsregime für Desinformation gelistet. Das heißt, es geht um einen Desinformationsakteur. Die EU hat im Rahmen dessen in diesem Listungspaket festgestellt, diese Listungsbegründungen sind auch öffentlich einsehbar, dass die betreffende Person im Auftrag mutmaßlich russischer Stellen Desinformation verbreitet. Insofern betrachten wir das, was Sie hier öfter als Kollegen bezeichnen, als Desinformationsakteur.‘ (…) Das ‚Beweismaterial‘ umfasst nach seiner [Doğrus] Darlegung ausschließlich Tweets, sechs an der Zahl, (…), darunter ein Tweet, in dem er sich über die Tatenlosigkeit deutscher Journalisten-Kollegen beschwert, sowie zwei Tweets, in denen er sich kritisch mit dem Aufrüstungsdiskurs von Kanzler Merz auseinandersetzt. Den NachDenkSeiten ist es durch eine Quelle in der EU-Administration gelungen, das ‚evidence pack‘ des Ministerrates einzusehen. (…) Es findet sich im gesamten offiziellen ‚Beweismaterialpaket‘ der EU, im Gegensatz zur Darstellung des Auswärtigen Amts, kein einziger Beleg für die behauptete Verbindung mit Russland. Ebenso wenig erfüllen die von der EU als Belege angeführten Tweets den Tatbestand der ‚Desinformation‘, (…)“

NDR: Nord-Stream-Sabotage: Offene Fragen und viele Zweifel – Auszug: „Obwohl die [Segeljacht] ‚Andromeda‘ drei Tage (…) [im Hafen der kleinen Insel Christiansø] gelegen haben soll, kann sich niemand an das Boot oder eines der sieben Besatzungsmitglieder erinnern,(…). (…) Später tauchte die ‚Andromeda‘ doch noch im Inselhafen auf: lange nach den Sabotage-Akten mit einer Filmcrew des ZDF an Bord. (…) [Im] Podcast ‚Taskforce Nord Stream‘ des dänischen Investigativ-Portals ‚Frihedsbrevet‘ (…) geht es auch um drei amerikanische Kriegsschiffe, die wenige Tage vor den Sprengungen vor den Erbseninseln, zu denen Christiansø gehört, unterwegs waren. Sie hatten ihre AIS-Transponder ausgeschaltet und waren deshalb auf elektronischen Seekarten unsichtbar. Eine örtliche Seenotrettungsmannschaft hat die Schiffe dennoch beobachtet. Ihr wurde angeblich aufgetragen, darüber nichts weiterzuerzählen. Der Zweck der Mission der US-Kriegsschiffe ist bis heute unbekannt. (…) In den vergangenen drei Jahren hat (…) [der Investigativjournalist Bo Elkjær von der Tageszeitung ‚Information‘] alle verfügbaren Akten, Wetterberichte und Schiffspositionen ausgewertet sowie mit dutzenden Zeugen gesprochen. Der erfahrene Reporter wundert sich, dass seine deutschen Kollegen den Fall als weitestgehend gelöst betrachten. Ihm fehlen eindeutige Beweise, dass es nur das ukrainische Sabotagekommando an Bord der ‚Andromeda‘ gewesen sein kann. (…) Bo Elkjær hat noch viele Fragen. (…) Aber gerade sind die ‚Nord-Stream-Anschläge‘ in Dänemark nur ein Randthema, (…). Stattdessen bestimmen Überflüge von unidentifizierten Drohnen die Schlagzeilen.“

Empfehlungen von September 2025